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Wirtschaftschronik Deutschland 2007

Deutschlands Wirtschaft im Jahr 2007 könnte wie folgt in Stichworten zusammengefasst werden:

In der Gerichtsverhandlung um die so genannte VW-Affäre Anfang des Jahres 2007 wird Peter Hartz wegen Untreue und Begünstigung zu einer Haftstrafe von 2 Jahren auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

Im Januar entscheidet die Bundesregierung, aus der Steinkohleförderung im Jahr 2018 auszusteigen. Deutsche Kohle ist nicht wettbewerbsfähig, der Bund kann Milliarden an Subventionen sparen. Die Deutsche Steinkohle AG plant später im Jahr, eine neue Zeche im Münsterland komplett über Subven-tionen zu bauen und zu betreiben.

Das Bundesverfassungsgericht stuft das geltende Erbschafts- und Schenkungssteuerrecht als verfassungswidrig ein.

Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber hat nach wochenlangem Führungsstreit in der CSU sei-nen Rücktritt erklärt.

Die Internet-Gemeinde StudiVZ.net wird für 85 Millionen Euro von der Stuttgarter Verlagsgruppe übernommen.

Aufgrund des demografischen Wandels wird das Rentenalter in Deutschland schrittweise auf 67 Jahre angehoben.

Der Sturm Kyrill richtet schwere Schäden in Europa an, in Deutschland sterben 47 Menschen.

Im März gibt die Porsche AG bekannt, ihren Anteil an der Volkswagen AG auf bis zu 31 Prozent aufzustocken. Die größte Passagiermaschine der Welt, der Airbus A380, wird im März das erste Mal zum Trans-Atlantik-Flug von Frankfurt a. Main nach New York eingesetzt, die Flugzeit beträgt 8 Stunden. Im Rahmen der EU-Präsidentschaft Deutschlands wird Ende März in Berlin das 50. Gründungsjubiläum der EU mit dem großen Europafest gefeiert.

Im Mai 2007 wird die Reform der Unternehmens-steuer verabschiedet. Ab 2008 müssen Unternehmen von ihren Gewinnen nur noch ca. 30 Prozent abführen, was zu einer Entlastung von 30 Milliarden Euro für die deutsche Wirtschaft führen wird.

Die Telekom zeigt sich hartnäckig gegenüber dem Arbeitskampf der Verdi und glie-dert 50.000 Mitarbeiter in eine Servicegesellschaft aus.

Im Seebad Heiligendamm treffen sich vom 6. bis 8. Juni die Staatsleute der führenden acht Industrienationen. Wegen Protesten von Globalisierungsgegnern wird ein 12,5 Kilometer langer und 2,50 Meter hoher Sicherheitszaun um das Tagungsgelände gebaut, das zudem von 12.000 Polizisten weiträu-mig abgesichert wird. Im Juni wird aus der Partei „Wahlalternative Ar-beit und soziale Gerechtigkeit“ (WASG) und der „Partei des Demo- kratischen Sozialismus“ (PDS -Nachfolgepartei der „Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands“ der ehemaligen DDR) die sozialistische Partei “Die Linke” gegründet. Im Juni wird das Kernkraftwerk Brunsbüttel nach einem Kurzschluss heruntergefahren, kurze Zeit später brennt ein Transformator in der Atomanlage Krümmel.

Während einerseits über Mindestlöhne diskutiert wird, empört sich andererseits die deutsche Öffentlichkeit Mitte des Jahres über enorm hohe Managergehälter.

Im Sommer tritt eine Verordnung in Kraft, durch die grenzüberschreitende Mobiltelefonate innerhalb der Europäischen Union bezahlbarer werden.

Air Berlin expandiert und kauft sich nach dem Kauf des Wettbewerbers DBA im Jahr 2007 bei der Düsseldorfer LTU und der Condor ein.

Im Juli 2007 beginnt die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) den ersten Warnstreik bei der Bahn. Es folgen Verhandlungen über zweistellige Lohnzuwächse und einen eigenständigen Tarifvertrag und zum Leid der Bahnkunden nicht enden wollende Streiks. Am 13. Juli erreicht der Deutsche Aktienindex DAX den historischen Höchstkurs mit 8152,57 Punkten.

Die Krise auf dem amerikanischen Immobilienmarkt schlägt weltweit ihre Wellen. In Deutschland stehen die IKB und die Sachsen LB vor der Pleite, können aber mit einer enormen Finanzspritze gerettet werden. Eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht wird abgelehnt. Abgeordnete müssen Neben-einkünfte offenlegen.

Ab dem 1. August tritt das absolute Alkoholverbot für Autofahrer unter 21 Jahren in Kraft. Im August kauft die Landesbank Baden-Württemberg die durch die US-Hypotheken-Krise angeschlagene Landesbank Sachsen (Sachsen LB).

Ver.di und der neu gegründete Arbeitgeberverband Postdienste schließen im September einen Tarifvertrag ab, der einen untersten Tariflohn für Briefträger vorsieht. Das Bundeswirtschaftsministerium erklärt dies später zum verbindlichen Mindestlohn.

Zum Ende des Jahres 2007 läuft die Exklusivlizenz der Post für den Briefdienst aus. Die Opposi- tion wirft der Regierung vor, das Postmonopol mit dem Mindestlohn abzusichern. Im September 2007 empfängt Bundeskanzlerin Angelika Merkel zum Ärger der chinesischen Regierung den Dalai Lama in Berlin.

Im Oktober verkauft die DaimlerChrysler AG ihre amerikanische Tochter Chrysler an den amerikanischen Finanzinvestor Cerberus und heißt nun Daimler AG. Am 25. Oktober 2007 beschließt das Bundeskabinett den Entwurf eines Gesetzes zur Erleichterung der Unternehmensnachfolge.

Der deutsche Energiekonzern E.ON bietet für die Übernahme des spanischen Wettbewerbers Endesa, doch der italienische Versorger Enel und der spanische Mischkonzern Acciona erhalten den Zuschlag. Der längste Brückenbau Deutschlands (4,1 Kilometer) verbindet seit Oktober die Insel Rügen mit Stralsund.

Die so genannte Siemens-Korruptionsaffäre er-schüttert im Herbst 2007 die deutsche Wirtschaft. Der Siemens-Konzern soll weltweit Milliarden Beträge als Bestechungsgelder ausgegeben haben. Du- biose Zahlungen, Steuernachzahlungen, Strafen, Anwaltskosten und personelle Konsequenzen setzen den ganzen Konzern einer Zerreißprobe aus.

Das Statistische Bundesamt ermittelt für November einen Anstieg der Verbraucherpreise von drei Prozent zum Vorjahresmonat. Neben Energie sind vor allem die Grundnahrungsmittelpreise gestiegen. Franz Müntefering, Vizekanzler und Arbeitsminister gibt im November 2007 sein Amt ab. Seit November ist auch in Deutschland das Apple iPhone auf dem Markt. Es wird exklusiv durch die Deutsche Telekom AG vertrieben.

Die Süddeutsche Zeitung wird im Dezember 2007 für etwa eine Milliarde Euro an die Südwest-deutsche Medienholding verkauft. Im Dezember ver-abschiedet das Bundeskabinett die Erbschaftsteuerreform. Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer ist im Jahr 2007 leicht zurückgegangen. Ein Grund hierfür ist die gestiegene Anzahl an Einbürgerungen. Zum Jahresende betrug die Zahl der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit in Deutschland laut dem Statistischen Bundesamt rund 6,74 Millionen.

Zwei deutsche Wissenschaftler erhalten 2007 den Nobelpreis, Peter Grünberg für Physik und Gerhard Ertl für Chemie.

 

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